Pentatonik Crashkurs: Parallel-Tonarten in Dur und Moll

Wer weiß, daß Dur- und Moll-Tonarten unterschiedlich aufgebaut sind, mag sich wundern, wie eine einheitliche 5-Pattern-Sammlung sowohl Dur- wie auch Moll-Tonarten abdecken kann.

Die Lösung liegt bei den sog. Parallel-Tonarten, die sich gut anhand einer Klaviatur erklären lassen.

Ausschnitt einer Klaviatur über anderthalb Oktaven mit den Positionen der Töne a und c

Wenn man einem Anfänger zeigt, wo ein c liegt und er danach alle weißen Tasten bis zum nächsten c spielt, dann erklingt neben einem halben Alle meine Entchen eine astreine Dur-Tonleiter.

Wer dasselbe mit den weißen Tasten von a zu a macht, der hört eine einwandfreie Moll-Tonleiter.
Genauer gesagt: eine reine Moll-Tonleiter, auch Äolisch genannt.
Und das, obwohl dieselben weißen Tasten gespielt werden!

Möglich ist das aufgrund unserer Hörgewohnheiten und der sog. Bildungsregeln, die für eine Dur- und eine reine Moll-Tonleiter unterschiedlich sind:

Die 7 Tonschritte für die (ionische) Dur-Tonleiter lauten:
1 - 1 - ½ - 1 - 1 - 1 - ½

Die 7 Tonschritte für die reine Moll-Tonleiter lauten:
1 - ½ - 1 - 1 - ½ - 1 - 1

Paralleltonarten benutzen dieselben Töne und liegen zueinander in einem Abstand von 3 Halbtönen.
Ein reines Dur liegt eine sog. kleine Terz über der korrespondierenden Moll-Tonart und umgekehrt.

Daraus ergeben sich auch Vorteile für Bassisten und Gitarristen, siehe Pattern Dur & Moll ...